Kurz zusammengefasst
Am 24. August 2026 endet die Ära von automic.com. Broadcom migriert zentrale Automic Ressourcen wie Dokumentation, Downloads, Marketplace Inhalte und Docker Registry auf neue Plattformen unter broadcom.com.
Das bedeutet nicht, dass Automic Inhalte einfach verschwinden. Viele Ressourcen bleiben verfügbar, aber die bekannten URLs, Zugriffswege und gewohnten Abläufe ändern sich. Für Automic Admins, Betreiber, Support Teams und alle, die interne Dokumentationen oder Automatisierungen pflegen, ist das ein wichtiges Thema.
Denn die spannende Frage lautet nicht nur: „Wo finde ich die neue Doku?“
Sondern auch: „Wo haben wir überall noch alte automic.com Links verbaut?“
Was genau passiert?
Broadcom führt die bisherigen Automic Plattformen stärker in die zentralen Broadcom Plattformen zusammen. Aus Anwendersicht betrifft das vor allem diese Bereiche:
| Bereich | Bisher | Neu |
|---|---|---|
| Automic Dokumentation | docs.automic.com | Broadcom TechDocs |
| Produktdownloads | downloads.automic.com | Broadcom Support Portal |
| Marketplace Inhalte | marketplace.automic.com | Broadcom Support Portal |
| Docker Registry | gcr.io | packages.broadcom.com |
| Support und zentrale Informationen | verschiedene Automic Portale | Broadcom Support Portal |
Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Broadcom möchte Produktressourcen zentraler bereitstellen. Für neue Nutzer kann das langfristig sogar übersichtlicher werden. Für bestehende Automic Umgebungen bedeutet es aber zunächst einmal Migrationsarbeit.
Warum ist das wichtig?
In vielen Unternehmen sind Automic Links über Jahre gewachsen. Sie stecken nicht nur in Browser Lesezeichen, sondern oft auch in internen Wikis, Betriebshandbüchern, Installationsanleitungen, Onboarding Dokumenten, Trainingsunterlagen, Skripten oder automatisierten Downloadprozessen.
Gerade deshalb kann die Abschaltung von automic.com mehr Auswirkungen haben, als man auf den ersten Blick erwartet.
Typische Beispiele:
- Ein Operator öffnet einen alten Doku Link aus einem internen Wiki.
- Ein Admin folgt einer Installationsanleitung mit Download Link auf downloads.automic.com.
- Ein Skript nutzt bisher die Download REST API.
- Ein Kubernetes Setup verweist auf die bisherige Docker Registry.
- AWI Hilfelinks zeigen noch auf alte Dokumentationspfade.
- Ein Team sucht ein Marketplace Package dort, wo es jahrelang lag.
All das kann nach der Migration anders funktionieren oder gar nicht mehr direkt funktionieren.
Was ändert sich bei der Dokumentation?
Die Automic Produktdokumentation zieht auf Broadcom TechDocs um. Das ist grundsätzlich positiv, weil die Dokumentation dadurch Teil der zentralen Broadcom Dokumentationslandschaft wird.
Wichtig ist aber: Alte Links auf einzelne Dokumentationsseiten werden voraussichtlich nicht immer direkt auf die exakt passende neue Unterseite weiterleiten. In vielen Fällen kann es passieren, dass man auf einer übergeordneten Produkt oder Versionsseite landet und den passenden Abschnitt neu suchen muss.
Für den Alltag ist das besonders relevant, wenn ihr häufig auf konkrete Dokumentationsseiten verweist, zum Beispiel in:
- internen Wikis
- Betriebsdokumentationen
- SOPs
- Runbooks
- Schulungsunterlagen
- Tickets und Knowledge Base Artikeln
- Code Kommentaren oder Skript Dokumentationen
Unsere Empfehlung: Prüft nicht nur eure wichtigsten Doku Links, sondern priorisiert vor allem die Links, die im Tagesbetrieb wirklich gebraucht werden.
Was ändert sich bei Downloads und Marketplace Inhalten?
Software Downloads, Integrationen, Action Packs, Agents und weitere Erweiterungen werden künftig über das Broadcom Support Portal bereitgestellt.
Das bedeutet: Der Zugriff hängt stärker als bisher vom Broadcom Account, den Berechtigungen und der Zuordnung zur jeweiligen Organisation ab. Wer heute schon problemlos über das Broadcom Support Portal arbeitet, wird wahrscheinlich weniger Aufwand haben. Wer bisher hauptsächlich über gewohnte Automic Downloadseiten gearbeitet hat, sollte den Zugriff frühzeitig testen.
Besonders wichtig:
- Können alle relevanten Admins auf die benötigten Produkte zugreifen?
- Sind Support Site IDs und Berechtigungen korrekt hinterlegt?
- Lassen sich die benötigten Versionen und Komponenten finden?
- Sind interne Downloadanleitungen noch gültig?
- Wurden alte Marketplace Links in Dokumentationen oder Schulungen verwendet?
Wenn ihr Marketplace Inhalte für Integrationen, Plugins oder Agents nutzt, solltet ihr ebenfalls prüfen, wo diese Inhalte künftig liegen und wie sie heruntergeladen werden.
Was ändert sich bei Docker Images?
Für Container und Kubernetes Szenarien ist die Docker Registry besonders wichtig. Die bisherige Registry unter gcr.io wird durch packages.broadcom.com ersetzt.
Das betrifft insbesondere Teams, die mit Automic Automation Kubernetes Edition arbeiten oder eigene Helm Charts, Deployments oder interne Mirror Prozesse aufgebaut haben.
Prüft hier besonders:
- Verweisen Helm Charts noch auf alte Registry Pfade?
- Werden Image Pull Secrets oder Tokens angepasst?
- Sind Registry Tokens für packages.broadcom.com vorhanden?
- Gibt es interne Mirror Registries, die aktualisiert werden müssen?
- Sind Build und Deployment Pipelines betroffen?
Bei Container Setups lohnt sich ein frühzeitiger Test besonders. Ein falscher Registry Pfad oder fehlender Token fällt oft erst dann auf, wenn ein Deployment wirklich laufen soll.
Welche Funktionen entfallen oder ändern sich deutlich?
Neben den offensichtlichen URL Änderungen gibt es auch einige funktionale Änderungen, die Admins kennen sollten.
Besonders relevant sind:
Die Download REST API entfällt
Wenn ihr automatisierte Downloads über die bisherige Download REST API umgesetzt habt, solltet ihr diese Prozesse prüfen. Laut Broadcom wird diese API ohne direkten Ersatz eingestellt.
Das kann Auswirkungen haben auf:
- automatisierte Installationsprozesse
- interne Update Pipelines
- Skripte für Komponentendownloads
- dokumentierte Standardprozesse für neue Umgebungen
Der Automic Package Manager kann Pakete nicht mehr direkt installieren
Auch der Package Manager ist betroffen. Wenn ihr bisher direkte Installationen oder Paketbezüge über bestehende Mechanismen genutzt habt, solltet ihr testen, wie eure zukünftigen Abläufe aussehen sollen.
Einzelne Legacy Tools werden abgelöst oder entfallen
Einige ältere Tools und Übersichten werden nicht eins zu eins weitergeführt. Dazu gehören unter anderem Funktionen rund um Release Notes, Compatibility Matrix, Component Support Lifecycle und weitere Hilfsbereiche.
Das heißt nicht automatisch, dass alle Informationen verschwinden. Teilweise werden Inhalte in andere Bereiche integriert, teilweise entfällt aber der bisherige direkte Zugriff.
Was bedeutet das für AWI Hilfelinks?
Ein oft übersehener Punkt: Auch Links aus dem Automic Web Interface auf die Produktdokumentation können betroffen sein.
Wenn eure AWI Umgebung so konfiguriert ist, dass Hilfelinks auf die alte Dokumentation zeigen, solltet ihr prüfen, ob diese Links künftig auf die neuen Broadcom TechDocs URLs angepasst werden müssen.
Das ist kein dramatisches Thema, aber ein typischer Admin Punkt, der gerne vergessen wird. Und irgendwann klickt jemand auf „Hilfe“ und landet nicht dort, wo er landen sollte.
Was sollte ich jetzt konkret tun?
Hier ist eine pragmatische Checkliste für Automic Admins und Betreiber:
1. Interne Links prüfen
Sucht nach alten Links auf:
- automic.com
- docs.automic.com
- downloads.automic.com
- marketplace.automic.com
- gcr.io Automic Pfade
Typische Orte sind Wikis, Runbooks, Betriebshandbücher, Schulungsunterlagen, Installationsanleitungen und Knowledge Base Artikel.
2. Downloadprozesse testen
Meldet euch im Broadcom Support Portal an und prüft, ob ihr die benötigten Automic Produkte, Versionen, Komponenten und Erweiterungen findet.
Wichtig ist nicht nur, dass eine Person Zugriff hat. Entscheidend ist, dass die richtigen Personen im Betrieb Zugriff haben.
3. Automatisierungen prüfen
Wenn ihr Downloads, Installationen oder Updates automatisiert habt, prüft die technischen Abhängigkeiten.
Besonders kritisch sind:
- REST API Zugriffe
- fest codierte Download URLs
- Skripte mit alten Pfaden
- CI/CD Jobs
- interne Installationshelfer
- Container und Helm Deployments
4. Docker Registry anpassen
Wenn ihr Automic Images aus einer Registry bezieht, plant die Umstellung auf packages.broadcom.com ein. Prüft Tokens, Secrets, Helm Charts und interne Dokumentation.
5. Dokumentation aktualisieren
Ersetzt alte Links nicht blind, sondern prüft, ob die neue Zielseite wirklich zur alten Information passt. Gerade bei tiefen Dokumentationslinks kann die neue Struktur anders aussehen.
6. Teams informieren
Nicht nur Admins sind betroffen. Auch Operatoren, Support Mitarbeitende, Entwickler und externe Dienstleister können regelmäßig auf alte Links zugreifen.
Ein kurzer interner Hinweis kann später viele unnötige Rückfragen vermeiden.
Was bedeutet das für PEM?
Auch wir schauen uns dieses Thema genau an. Gerade in einer Lernplattform sind Links auf offizielle Dokumentationen, Downloads und technische Referenzen natürlich besonders wichtig.
Wir prüfen daher, welche Inhalte betroffen sind und wo Anpassungen nötig werden. Gleichzeitig haben wir für PEM Member eine kompakte Übersicht erstellt, in der wir die wichtigsten Änderungen und Auswirkungen zusammenfassen.
➡️ Zum PEM Beitrag:
automic.com wird abgeschaltet – Das musst du jetzt wissen
Zusätzlich solltest du auch die offizielle Broadcom Notification im Blick behalten, da diese laut Broadcom weiter aktualisiert wird:
➡️ Offizielle Broadcom Migration Notification:
Important Update: Migration of automic.com Digital Platforms
Fazit
Die Abschaltung von automic.com ist keine Katastrophe, aber sie ist auch kein reines Kosmetikthema.
Für viele Teams wird sich im Alltag wenig ändern, solange sie nur gelegentlich nach Dokumentation suchen. Für Admins, Betreiber und Unternehmen mit gewachsenen Automic Prozessen kann die Umstellung aber konkrete Auswirkungen haben.
Die wichtigste Empfehlung lautet daher: Nicht warten, bis alte Links nicht mehr funktionieren.
Prüfe jetzt deine Dokumentation, Downloadprozesse, Skripte, Registry Zugriffe und internen Anleitungen. So stellst du sicher, dass dein Team auch nach der Migration schnell findet, was es braucht.