Die Feiertage sind für viele von uns die seltene Gelegenheit, ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Kerzen an, Handy weg, Buch auf. Und weil ich selbst ein großer Fan von historischen Romanen, Science-Fiction und gutem Humor bin, möchte ich drei sehr unterschiedliche Bücher empfehlen, die mich dieses Jahr besonders begleitet haben.

Die Päpstin von Donna W. Cross — Historie fürs Herz

Historische Romane und Sci-Fi haben für mich eines gemeinsam: Sie entführen in Welten, die wir uns gut vorstellen können, die aber trotzdem weit genug weg sind vom Alltag. Perfekt also, um an einem gemütlichen Winterabend ein paar Stunden abzutauchen.

Die Päpstin spielt im tiefsten Mittelalter und erzählt die Geschichte von Johanna — einer wissbegierigen, klugen und viel zu modernen Frau für ihre Zeit. In einer patriarchalen Gesellschaft, in der Bildung ein Privileg für Männer und das Leben von Willkür geprägt war, kämpft sie sich ihren Weg durch Klöster, Heilkunst, Machtstrukturen und Aberglauben.

Besonders faszinierend (und manchmal erschreckend):

  • die nahezu ungebremste Macht der Kirche,
  • das Fremdbestimmtsein der Menschen,
  • und die damalige „Wissenschaft“, die aus heutiger Sicht oft absurd wirkt.

Am Ende des Buches spekuliert die Autorin noch darüber, ob es Johanna wirklich gegeben hat. Für mich persönlich spielt das keine Rolle – die Geschichte funktioniert auch so wunderbar.

Als Vater zweier Töchter liebe ich starke Frauenfiguren. Das historische Setting plus diese beeindruckende Protagonistin machen das Buch für mich zu einem echten Herzens-Tipp.

📽️ Für Filmfans: Die Romanvorlage wurde auch verfilmt.

Fazit: Was fürs Herz.

Die Abschaffung des Todes von Andreas Eschbach — Sci-Fi für den Kopf

Dieses Buch spielt in einer nahen Zukunft – nicht ganz so weit weg vom Alltag, wie ich es bei Sci-Fi manchmal gerne hätte, aber trotzdem unglaublich spannend.

Ohne zu viel zu verraten: Die zentrale Idee dreht sich darum, wie der Tod technisch überwunden werden könnte. Ganz neu ist dieser Gedanke nicht, aber Eschbach schafft es, das Thema auf eine Weise zu erzählen, die neugierig macht und zum Nachdenken zwingt.

Was mir besonders gefallen hat:

  • Eschbach findet wie immer ein faszinierendes Kernthema. Kaum ein Autor schafft es so gut, echte „Brain-Teaser“ zu schreiben.
  • Die Idee einer neutralen, wirklich unvoreingenommenen Nachrichtenplattform ist ein kleines Highlight.
  • Die Charaktere sind komplex, glaubwürdig und tragen die Geschichte. Vor allem der Protagonist James Widower bleibt lange im Kopf.

Fazit: Was für den Kopf.

Calvin und Hobbes von Bill Watterson — Humor für alle, die Kinder haben (oder nie welche wollen) 😄

Zum Abschluss etwas Leichtes. Etwas Lustiges. Etwas, das man auch lesen kann, wenn man eigentlich viel zu müde ist für „richtige“ Literatur: Calvin und Hobbes.

Egal, ob als Sammelband oder Taschenbuch – diese Comics sind zeitlos. Wer jemals mit einem Kind im Grundschulalter zu tun hatte, wird den Humor sofort verstehen. Er ist herzlich, klug und überraschend tief für einfache Zeitungsstrips.

Calvin ist sechs Jahre alt, klug, laut und herrlich frech. Sein Stofftiger Hobbes wird immer dann lebendig, wenn die beiden alleine sind. Gemeinsam erleben sie Abenteuer, philosophieren über die Welt und treiben allerlei Unsinn.

Ein paar meiner Lieblingsmomente:

  • der Schneemänner-Protestmarsch gegen Calvins „strenge“ Eltern,
  • die „Vater-Umfragewerte“, die Calvin mit PR-Tipps zu verbessern versucht,
  • die Weltraumabenteuer als Spaceman Spiff,
  • die Zeitmaschine, die Schulaufgaben aus der Zukunft beschaffen soll,
  • oder der legendäre „Transmogrifier“ — in dem Calvin sich in einen Elefanten verwandelt, um sich Dinge besser merken zu können… was im Haus leider zu erheblichem Schaden führt. Natürlich kann der Elefant nichts dafür. Er ist ja ein Elefant. 🐘😂

Diese Comics bringen die grenzenlose Fantasie eines Sechsjährigen so perfekt auf die Seiten, dass man unweigerlich mitlacht.

Fazit: Philosophie und Fantasie zum Totlachen. Must-Read für alle, die Kinder haben – oder nie welche haben wollen.

Ob mit Roman, Comic oder einem spannenden Lernpfad – die Feiertage sind die perfekte Zeit, um innezuhalten, durchzuatmen und sich von guten Geschichten inspirieren zu lassen.

Wir wünschen euch allen eine wunderbare Weihnachtszeit, viele ruhige Stunden mit Familie, Freunden und Lieblingsbüchern und einen großartigen Start ins neue Jahr.

Und wer zwischendurch Lust auf etwas Neues hat: Auf PEM warten spannende Automic-Themen, Tutorials und Labs, die auch zwischen den Jahren für Aha-Momente sorgen.

Frohe Feiertage und einen guten Rutsch!
Philipp und das PEM-Team